Herberts Wohnzimmerführung - Teil 14 - Horgener Gefäße

Die nachfolgende „Horgener Kultur“ 3400-2800v.Chr. entwickelte sich bruchlos aus der vorangegangenen Pfyner Kultur. Die Pfahlbaustation Horgen am Zürichsee war namensgebend. In der Keramikherstellung im Horgen gab es einen deutlichen Rückschritt gegenüber der Pfyner Periode.

Das Gefäßinventar beschränkt sich auf nur wenige Formen:

Zylindrische, große, grob gearbeitete, sehr dickwandige, kübelartige Töpfe wurden zum Kochen und Aufbewahren von Lebensmittelvorräten benutzt.

Feinkeramische geglättete Gefäße waren sehr selten. Eine neue seltene Gefäßform waren sogenannte Knickwandschalen.

 

Seltene Horgener Knickwandschale

 

Im Jahr 1986 an einem sonnigen Wintertag im November bei Niederwasser fand ich über einhundert Meter vom Ufer entfernt im Pfahlfeld in Sipplingen einen Teil einer Knickwandschale. Neun Jahre später kam das dazugehörende, fehlende Schalenstück zu Tage.

Ein echtes Highlight!

 

Besonders großer Horgener Kochtopf mit einer Höhe von 46cm und einer Breite von 29 cm , er hat ein Fassungsvermögen von 18 Litern

 

Nach einem Wintersturm im Januar 2001 dachte ich an einen weggeworfenen Eimer, der im Untergrund steckte. Bei näherer Untersuchung des mit Algen überwachsenen Eimers stellte sich dieser als nahezu vollständiger, besonders großer 5000 Jahre alter Horgener Kochtopf heraus.

In so einem nachgetöpferten Horgener Kochtopf haben die Pfahlbau-Erleber des Pfahlbauvereins Dingesldorf im Rahmen experimenteller Archäologie „Steinzeitdinner“ zubereitet.

Es wurden ausschließlich in der Steinzeit bekannte Zutaten verwendet.

Getreidearten wie Emmer, Dinkel, Einkorn, Hafer, Nacktweizen, sowie Erbsen, Bohnen und Linsen wurden zu einem schmackhaften Eintopf verkocht. Mit Waldpilzen, Wildkräutern und Rehrücken wurde der Gaumenschmaus vervollständigt.

 

 

 

ab dem 22.04.2021 geht es hier weiter zu Teil 15

 

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