Herberts Wohnzimmerführung – Teil 12 – Keramik der Pfyner Kultur

Zeitstellung 3900 – 3500v.Chr.

In der ersten Hälfte des 4.Jahrtausends v.Chr. erreichte die Besiedlung am Bodensee und an den Seen der Ostschweiz einen Höhepunkt. Wie in Sipplingen entstanden auch andernorts Dörfer mit bis zu 150 Häuser in denen 700-1000 Personen lebten.

Keramik aus dieser Epoche der sogenannten „Pfyner Kultur“ zeichnet sich durch sorgsam geglättete, dünnwandige, schwarz gebrannte und polierte Oberflächen aus.

Der Formenreichtum der gefundenen Gefäßensemble aus den Pfahlbaudörfern reichte von Henkelkrügen, Flaschen, Näpfen, Schalen, Tulpenbechern, sowie Kegelhalsgefäße bis zu dickbauchigen Vorratsgefäßen.

 

 

Offensichtlich ist die Beliebtheit von Henkelkrügen in verschiedenen Größen und Varianten. Eine Besonderheit sind „gynäkomorphe Gefäße“, so werden in der archäologischen Fachsprache Henkelkrüge mit nachempfundenen, modellierten weiblichen Brüsten verziert sind.

Im Volksmund auf badisch „Busentöpfe“

 

 

In den Kulthäusern von Ludwigshafen und Sipplingen wurden „gynäkomorphe Gefäße“ ausgegraben. Nach Ansicht der Archäologen wurden sie in einem kultisch religiösen Kontext verwendet.

Bereits 1977 habe ich in einem von Enten gescharrten Loch im Pfahlfeld Sipplingen/Osthafen ein in der Pfyner Zeit einzigartigen doppelhenkligen Busentopf gefunden.

Dieser Krug ist einer von zweien in meiner Sammlung und ist in der Dauerausstellung des Pfahlbaumuseums Dingelsdorf ausgestellt. Er dient dem Pfahlbauverein und den Pfahlbau-Erlebern als Logo.

 

JoomSpirit